Wie alles begann

Wie bei einigen anderen auch, ist es auch bei mir meine Mutter gewesen, die mich mit der Sucht nach Pflanzen angesteckt hat. Sie schenkte mir eine Hoya pubicalyx. Ich hatte keine Zeit, musste los, aber Mama wollte, dass ich sie mitnehme. Also stellte sie sie mir in einen Eimer, so ein 10-Liter- Eimer. Nach dem Stress des Tages nahm ich die Pflanze (im Eimer) mit nach Hause und stellte sie (mit dem Eimer) auf die Fensterbank. Genau genommen wollte ich sie gar nicht haben, denn bei mir stirbt alles. Kakteen werden überwässert, alles andere vertrocknet, und Efeu hat nach spätestens 7 Tagen ein Spinnmilbenbefall, den die Welt noch nicht gesehen hat.

Aber ich konnte meiner Mutter diesen Wunsch, dass ich die Pflanze nehme, nicht abschlagen. Und da stand sie nun, auf der Fensterbank, in einem Eimer. Die Tage vergingen, wobei dann aus Tagen Wochen wurden, und irgendwann fiel es mir ein... 'Mist! Die braucht doch Wasser?!' Im Besitz einer Gießkanne war ich nicht, aber der Messbecher erfüllte ja nun den selben Zweck. Ich eilte zu ihr, mit der Hoffnung, dass sie nicht das gleiche Schicksal ereilte, wie viele andere vor ihr auch, und mit großem Erstaunen stellte ich fest... es ging ihr ... BLENDEND! Erstaunt und beeindruckt entschied ich, sie nun aus dem Eimer zu nehmen, zu gießen, einen Teller drunter zu stellen -da ich keinen passenden Übertopf hatte- und ihr eine Chance gebe, und die Sucht war geboren.

Und jeder, der dieses Gefühl kennt, der weiß, das ab nun an das Portemonnaie bluten wird, die Gefühle zwischen himmelhochjauchzend und am Boden zerstört innerhalb von 0,3 Sekunden hin und her schalten, die Nerven immer dünner werden, dafür dann aber auch kein Pflanzenplatz mehr in der Wohnung existiert. Aber eine geht noch, komm, ist nur ein keiner Ableger. Und wie es dann auch sicherlich viele kennen, wurde in der Wohnung viel hin und her gebaut: Noch ein Regal, die erste Vitrine, erstmal eine Detolf, dann die Zweite. Erste Milsbo, oh wow, geiler als Detolf, zweite Milsbo, dritte, .. und so weiter. Und so ging es weiter, Tag für Tag, Monat für Monat, Regale, Vitrinen, Beleuchtung. Nach 12 Monaten kam nun eine stolze Sammlung von ca 250 Hoyas zustande.

Aber da war natürlich noch lange nicht Schluss. Auf den Gedanken, dass die Pflanzen ja noch wachsen, größer werden, und mehr Platz brauchen, bin ich nicht gekommen. Stattdessen ging es immer weiter und weiter. Ich zahlte Lehrgeld, und investierte viele viele viele Nerven in dieses Hobby, wobei das Wort Hobby einfach besser klingt als Sucht.

Dann fiel der Satz des Partners, wenn dieser die Leidenschaft nicht teilt: 'Wenn du so weiter machst, dann sitzen wir Weihnachten mit 400 Pflanzen unter der Brücke. Entweder du hörst auf oder du machst Geld damit. Ich zahle das nicht mehr.' Zugegeben er hat wirklich viel bezahlt. Es entwickelte sich ein Traum, und nach langem Überlegen wurde dieser Traum nun Wirklichkeit.